Meldung vom 07.02.2020

Weltmeisterschaften in Australien läuten Olympiajahr ein

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Ab Montag werden vor Geelong/Australien die Klassen-Weltmeisterschaften der 49er, 49erFX und Nacra 17 ausgetragen. Der Österreichische Segel-Verband ist mit sieben Booten am Start. Es sind die ersten großen Titelkämpfe im Jahr der Olympischen Spiele, bei denen im Sommer vor der japanischen Halbinsel Enoshima um Medaillen gesegelt wird.

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Nur knapp zwei Monate nach den Weltmeisterschaften vor Auckland werden im 49er, 49erFX und Nacra 17 ab Montag die Titelträger 2020 ermittelt. In Neuseeland schafften es mit Benjamin Bildstein/David Hussl (6. Platz) und Thomas Zajac/Barbara Matz (Rang 8) zwei Boote in das WM-Medal-Race. Trotz der starken Konkurrenz – bei einigen Nationen dient die Regatta sogar zur nationalen Ausscheidung - will das OeSV-Aufgebot auch vor Geelong wieder mit Top-Ergebnissen aufzeigen. Zuletzt starteten Zajac/Matz mit der Silbermedaille bei den Ozeanienmeisterschaften erfolgreich in das neue Jahr. „Sie haben sich schnell auf das Flachwasser und den drehenden Wind eingestellt. Es ist hier nämlich ein sehr spezielles Revier. Von den Bedingungen her ist es fast wie segeln auf einem See. Eine WM ist immer wichtig und wir haben auch das Potential, um mit einigen Booten ganz vorne reinzufahren“, ist sich OeSV-Sportdirektor Matthias Schmid sicher. Neben Laura Farese/Matthäus Zöchling (Nacra 17) ist mit Keanu Prettner/Jakob Flachberger diesmal auch ein junges 49er-Gespann dabei. „Die jungen Teams profitieren von der Segelzeit enorm. Ihre Entwicklungen sind sehr positiv, sie legen jetzt den Grundstein für die nächsten vier Jahre. Eine WM im Olympiajahr ist für sie aber auch die schwerstmögliche Aufgabe. Es sind nur die Besten der Besten da, alle bereiten sich intensiv auf die Olympischen Spiele vor“, erklärt Schmid.

Podium gibt Zajac/Matz Auftrieb
Für das österreichische Nacra-17-Duo mit Thomas Zajac und Barbara Matz gab es bei der ozeanischen Meisterschaft den hervorragenden zweiten Gesamtrang zu bejubeln. Mit diesem Ergebnis im Rücken steigt das OeSV-Boot am Montag in die Weltmeisterschaft ein, wo „das Level sicher noch einmal höher sein wird“, weiß Steuermann Thomas Zajac über das nahezu idente Teilnehmerfeld. Insgesamt wollen die beiden ihr Segeln bei Flachwasser optimieren. „Es wird hier erneut sehr ,tricky‘ werden. Entscheidend werden mit Sicherheit die Starts, aber auch unsere Manöver müssen perfekt passen“, berichtet der Bronzemedaillen-Gewinner von Rio, der in den nächsten Tagen bis zum Beginn der Titelkämpfe mit seiner Partnerin noch viele Trainings-Rennen absolvieren wird. „Diese Races sind deutlich kürzer, um mehr Starts und mehr Manöver zu bekommen und zu trainieren“, erklärt der Wiener. Aufgrund der Gegebenheiten in Geelong mit Flachwasser und voraussichtlich viel Wind hat sich das Team gegen seinen „Lieblingsmasten“ entschieden. „Es ist sehr seicht und bei viel Wind ist das Risiko einfach zu groß, dass der Mast bricht. Wir verwenden nun unseren zweitbesten Mast“, so Zajac zum WM-Setup.

Beim zweiten rot-weiß-roten Nacra-17-Gespann mit Laura Farese und Matthäus Zöchling steht auch bei diesen Weltmeisterschaften die Prozess-Entwicklung im Fokus. „Wir haben die letzten Tage viele Trainingsrennen absolviert und wieder vermehrt die Starts, das Abfallen und das Gennakersetzen geübt“, berichtet Steuerfrau Laura Farese, die bei den kommenden Titelkämpfen auch das „Antizipieren der unterschiedlichen Wetterbedingungen“ als entscheidend einstuft. Für die beiden Burgenländer, die sich bei der ozeanischen Meisterschaft den Titel in der U23-Wertung sicherten, ist der Einzug in die Goldflotte das große Ziel.

„Es läuft im Training schon sehr gut“
Die Ozeanienmeisterschaft verlief für Benjamin Bildstein und David Hussl hingegen noch nicht nach Wunsch. Dabei zeigte sich einmal mehr die enorme Leistungsdichte im 49er. Denn neben den OeSV-Seglern qualifizierten sich noch drei weitere Boote, die im Dezember bei der letzte WM in die Top-10 kamen, nur für die Silberflotte. Seit der Warmup-Regatta hat Österreichs Parade-49er durchtrainiert. „Wir sind mitten im Aufbau, werden aber jeden Tag besser. Schritt für Schritt kommen wir näher und es läuft im Training schon sehr gut“, weiß der Vorarlberger Benjamin Bildstein. Aufgrund der Bedingungen erwarte das Duo „eine Regatta mit vielen Ups and Downs bei allen Teams“, der launige Wind sei „manchmal vorhersehbar, manchmal nicht“, ergänzt Vorschoter David Hussl. Der Tiroler weiß genau, worauf es ankommen wird: „Wir müssen den Wind besser lesen als die anderen Teams. Wenn wir einen kühlen Kopf bewahren und die Nerven behalten, dann werden wir vorne dabei sein.“ Nachdem sich das Duo vom Yacht Club Bregenz vor zwei Monaten mit einem sechsten Platz bei der WM vor Auckland den Olympia-Nationenplatz sicherte, werden sie bei den anstehenden Titelkämpfen auch erstmals mit der Segelnummer „AUT06“ an den Start gehen. Die beiden wollen wieder um die Medaillen mitreden, haben aber nicht das beste Material im Einsatz. „Es ist sehr seicht hier und wenn wir kentern ist die Gefahr da, dass der Mast bricht“, rechtfertigt Steuermann Benjamin Bildstein den Verzicht auf das bestmögliche Equipment in Hinblick auf die Olympischen Spiele.

Mit Keanu Prettner und Jakob Flachberger beschickt der Österreichische Segel-Verband die Weltmeisterschaft auch mit einem zweiten 49er. Die Salzburger nehmen ihre ersten Titelkämpfe in der offenen Klasse in Angriff, bewiesen jüngst mit Gesamtrang 41 bei der Ozeanienmeisterschaft ihr Talent. „Dort hat schon vieles recht positiv funktioniert, aber wir haben für die WM natürlich noch Punkte gefunden, die zu verbessern sind – darauf haben wir uns fokussiert“, berichtet Keanu Prettner über die letzten Tage, wo er mit seinem Partner auch von Trainings mit Bildstein/Hussl und den amtierenden Weltmeistern Burling/Tuke (NZL) profitierte.

49erFX-Trio peilt Goldflotte an
Das zahlenmäßig größte OeSV-Aufgebot startet in der 49erFX-Klasse, drei Boote werden diese Titelkämpfe in Angriff nehmen. Die Vizeweltmeisterinnen von 2018 Tanja Frank und Lorena Abicht brennen bereits auf ihren Einsatz. „Wir haben in den letzten Wochen und Monaten so viele Wasserstunden gesammelt wie nie zuvor – und den Fokus eben genau auf diese Einheiten gelegt. Wir sind nun startklar, gut vorbereitet und fest entschlossen hier eine gute Leistung abzurufen“, sehnt Vorschoterin Lorena Abicht den Auftakt am Montag herbei. Ziel der beiden für den Union Yacht Club Neusiedlersee startenden Athletinnen ist das Erreichen der Goldflotte, die sie bei der letzten WM ganz knapp verpassten. „Diesen Schritt wollen wir schaffen, das ist das wichtigste an den ersten drei Tagen. Wir werden darum kämpfen“, so Abicht. In den letzten Tagen habe das Duo an der Startvorbereitung gefeilt und auch einige Trainingsrennen bestritten, „um weiterhin im Renn-Flow zu bleiben“. Das anspruchsvolle Revier vor Geelong lässt laut der 25-Jährigen spannende Titelkämpfe erwarten, da „gerade bei ablandigem Wind alles offen ist und es wichtig sein wird, die richtige Seite zu wählen“.

Nachdem Angelika Kohlendorfer und Lisa Farthofer am Schlusstag der Ozeanienmeisterschaft-Goldflotte krankheitsbedingt aussetzen mussten, konnten die beiden in den vergangenen Tagen nicht im vollen Umfang trainieren. „Lisa (Farthofer Anm.) nimmt immer noch Antibiotika und wir wollen so kurz vor der WM nichts riskieren, um dann voll fit an den Start gehen zu können“, berichtet Steuerfrau Angelika Kohlendorfer. Bei den Titelkämpfen muss vor allem das Konzentrationslevel hochgehalten werden: „Wenn die Bedingungen so unberechenbar wie zuletzt sind, dann müssen wir jegliche spontan aufgehende Chancen umgehend nützen.“

„Befreit und gut vorbereitet“ auf die bevorstehende Weltmeisterschaft fühlen sich Laura Schöfegger und Anna Boustani. Die beiden Salzburgerinnen haben die letzten Tage seit der ozeanischen Meisterschaft viel mit Training verbracht. „Wir haben versucht die Bedingungen und die revierspezifischen Gegebenheiten in den unterschiedlichen Racing-Areas noch besser zu verstehen“, gibt Vorschoterin Anna Boustani Einblick in den Trainingsalltag.

Entscheidung im Livestream
Ab der Final Series bis zum Medal Race (13. bis 15. Februar) werden die Entscheidungen im kostenlosen Livestream auf dem 49er-Youtube-Channel gezeigt.

OeSV-Aufgebot bei den Weltmeisterschaften vor Geelong (AUS), 10. – 15. Februar 2020:

49er
Benjamin Bildstein / David Hussl
Keanu Prettner / Jakob Flachberger

49erFX
Tanja Frank / Lorena Abicht
Angelika Kohlendorfer / Lisa Farthofer
Laura Schöfegger / Anna Boustani

Nacra 17
Thomas Zajac / Barbara Matz
Laura Farese / Matthäus Zöchling

Programm
10. Februar: Day 1 / Qualifikation
11. Februar:Day 2 / Qualifikation
12. Februar: Day 3 / Qualifikation
13. Februar: Day 4 / Gold Fleet / Final Series
14. Februar: Day 5 / Gold Fleet / Final Series
15. Februar: Day 6 / Gold Fleet / Final Series + Medalrace

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Bilder

Kohlendorfer/Farthofer
4 579 x 3 030 © Sailing Energy / World Sailing
Frank/Abicht
1 200 x 796 © Drew Malcolm
Bildstein/Hussl
1 920 x 1 280 © Tobias Stoerkle - Photography
Prettner/Flachberger
2 000 x 1 331 © Martina Orsini
Farese/Zöchling
1 200 x 795 © Drew Malcolm


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