Meldung vom 16.08.2019

Vier OeSV-Boote bei den Pre Olympics

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Am Samstag beginnt im Olympia-Revier von Enoshima das Testevent „Ready Steady Tokio“. Es ist sowohl für Athleten als auch das Organisationskomitee eine Generalprobe für das große nächste Jahr. In den vier vom OeSV beschickten Klassen darf jeweils ein Boot an den Start gehen.

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Beim Testevent „Ready Steady Tokio“ darf bis auf wenige Ausnahmen nur ein Boot pro Nation an den jeweiligen Klassen-Regatten teilnehmen. Für Österreich werden Thomas Zajac/Barbara Matz (Nacra 17), Benjamin Bildstein/David Hussl (49er), Tanja Frank/Lorena Abicht (49erFX) sowie im 470er David Bargehr/Lukas Mähr an den Start gehen. „Es hat schon einen kleinen Geschmack von Olympia. Es sind kleinere, aber sehr starke Teilnehmerfelder, das ist auch aus taktischen Aspekten sehr interessant. Wir wollen im Spiel dabei sein. Das große Ziel für nächstes Jahr ist, dass wir bis zum Schluss eine Chance auf Medaillen haben. Aufgrund der internen Ausscheidung sind die Pre Olympics und der anschließende Weltcup für die 470er und 49erFX-Boote von noch höherer Relevanz“, weiß Sportdirektor Matthias Schmid. Der Japan-Aufenthalt begann für die meisten OeSV-Athleten Anfang Juli, in diesem Zeitraum zeigten sich ganz verschiedene Witterungsbedingungen. Nach dem Ende der Regenzeit herrschte rasch Hitze mit hoher Luftfeuchtigkeit. In den letzten beiden Tagen mussten die Athleten aufgrund des Taifuns Krosa abseits des Wassers trainieren. Denn obwohl Enoshima nur die Ausläufe des Taifuns spürt, machten die Auswirkungen - sehr hohe Wellen und viel zu starker Wind – ein Segeln nicht möglich. Für den Auftakt der Pre Olympics ist erneut sehr viel Wind angesagt, in den darauffolgenden Tagen sollte dieser aber wieder abnehmen. „Wir legen einen großen Fokus auf die Meteorologie, in der Früh haben wir Wetter-Briefings und am Abend folgt die Analyse. Der Zeitraum rund um das Testevent ist besonders interessant, diese Bedingungen werden wir uns wieder ganz genau ansehen“, so Schmid.

Bargehr/Mähr wollen sich beweisen
Die 470er-Herren David Bargehr und Lukas Mähr bestreiten bei den Pre Olympics als einziges Team ihre bereits zweite Regatta während des Japan-Sommers. Die beiden Vorarlberger haben das Verpassen des Olympia-Nationentickets bei der Weltmeisterschaft aufgearbeitet und blicken den kommenden Herausforderungen positiv entgegen. „Nach der enttäuschenden WM hat große Leere geherrscht. Zunächst mussten wir den Kopf wieder freibekommen, haben dann schnell wieder neue Ziele definiert und Motivation getankt. Es ist gut, dass nun der nächste Wettkampf bevorsteht,“ berichtet Bargehr und Vorschoter Mähr fährt fort: „Das ist unsere erste Chance der Welt zu zeigen, dass die WM ein Ausrutscher war. Nach einer kurzen Regenerationspause sind wir hungrig auf die Regatta, wir wollen in einer hochwertigen Flotte aufzeigen. Die Abstände sind klein, das haben wir zuletzt wieder gesehen. Wir können voll angreifen, das ist eine gute Position.“  Das Duo vom Yacht Club Bregenz hat das Material angepasst und sich für einen anderen Mast entschieden. „Es gilt nicht nur körperlich und mental vorbereitet zu sein, auch beim Setup und Material muss alles funktionieren. Wir haben unsere Leistung in dieser Saison oft abgerufen und wollen nun zeigen, was wir können“, zeigt sich Bargehr fokussiert. Die 470er starten am Samstag mit zwei Wettfahrten.

Zajac/Matz nehmen Top-Platzierung in Angriff
Mit einem Sieg bei der Kieler Woche im Gepäck kamen Thomas Zajac und Barbara Matz nach Japan. „Ich bin gierig darauf, dass es wieder losgeht. Ich brauche und genieße den Wettkampf“, erklärt Zajac. Auf den Tag genau vor drei Jahren holte der Steuermann mit seiner ehemaligen Vorschoterin Tanja Frank in Rio Bronze. „Bei den Pre Olympics 2015 waren wir im Medal Race. Ich will auch diesmal mit den Top-Nationen mithalten und in ein paar Wettfahrten ganz vorne reinfahren. Wir werden die Olympischen Spiele simulieren, dabei geht es auch um Meetings und Zeitabläufe. Nach der Regatta werden wir erörtern, was gut und schlecht war“. Auf Zajac/Matz wartet auf jeden Fall eine der am stärksten besetzten Regatten. „Es wird in etwa so wie in Aarhus. Bei einigen Nationen sind die Pre Olympics auch die interne Qualifikation für nächstes Jahr. Der Druck steigt, je näher die Spiele kommen. Für mich ist es eine weitere wichtige Erfahrung auf unserem Weg Richtung Tokyo 2020. Wir haben in letzter Zeit einen guten Schritt nach vorne gemacht und uns in allen Bereichen verbessert“, berichtet Vorschoterin Matz, die seit einigen Tagen eine Erkältung plagt. Im letzten Jahr landete das Nacra 17-Duo beim Weltcup-Auftakt im Olympia-Revier auf dem siebten Rang, diesmal sieht Zajac sogar noch bessere Chancen: „Ich glaube, dass wir momentan sehr gut in Form sind und um die Medaillen segeln können. Wir haben uns gut vorbereitet, es wird aber auch auf die Bedingungen ankommen“. Der 33-jährige Wiener sieht sich vor allem beim zunächst angesagten Starkwind im Vorteil.

Bildstein/Hussl mit vollem Fokus in Japan
„Wir fühlen uns sehr wohl, das Revier liegt uns. Wir hatten bislang ein sehr produktives Training von höchster Qualität und konnten uns in vielen Bereichen deutlich weiterentwickeln“, berichtet Benjamin Bildstein. Der 49er-Steuermann und Vorschoter David Hussl segelten zunächst mit den Weltranglisten-Ersten James Peters/Fynn Sterritt aus Großbritannien und konnten danach noch die Neuseeländer Peter Burling und Blair Tuke als Trainingspartner gewinnen. Darüber hinaus gewann das Duo vom Yacht Club Bregenz eine viertägige Coachesregatta. „Wir sind viel am Boot gewesen und hatten Trainingswettfahrten auf extrem hohem Niveau. Ich freue mich nach dem intensiven Trainingsblock auf die Regatta. Sie wird uns zeigen, wo wir stehen“, ist sich der Tiroler Vorschoter bewusst. Nachdem im 49er bei den letzten Großereignissen bis zu 100 Boote am Start waren, sind nun nur mehr die besten 25 dabei. „Das macht einen Unterschied und ist für uns auch eine gewisse Umstellung. Wir waren im Training gut unterwegs und wollen das bestätigen. Wir haben in diesem Jahr noch drei wichtige Regatten. Wir wollen bei allen gute Leistungen abliefern und uns Selbstvertrauen holen,“ hofft Bildstein. Denn schon nach den Pre Olympics geht es mit dem Weltcup-Event im Olympia-Revier weiter. Im Dezember folgt die Weltmeisterschaft vor Auckland, bei der es für die Österreicher um das Nationenticket geht. „Wir haben den Neuseeland-Trip bereits organsiert bevor wir hierhergekommen sind. Damit haben wir das Thema Weltmeisterschaft auch zur Seite gelegt. Unser derzeitiger Fokus gehört Japan, hier werden im nächsten Jahr die Spiele stattfinden. Wir leben im hier und jetzt, nur das bringt uns weiter,“ so Hussl.

Frank/Abicht wollen Kontinuität wiederfinden
Die drei österreichischen 49erFX-Teams verzichteten Ende Juni auf einen Start bei der Kieler Woche, um noch mehr Zeit im Olympia-Revier verbringen zu können. Bei den Pre Olympics gehen nun die Vizeweltmeisterinnen Tanja Frank und Lorena Abicht für den OeSV an den Start. „Jeder Tag in Japan ist ein Plus, deshalb war es für uns sicher die richtige Entscheidung. Es ist immer gut zu wissen, was auf einen zukommen kann“, ist sich Rio-Bronzemedaillengewinnerin Frank sicher. Für das Duo vom Union Yacht Club Neusiedlersee ist das Teilnehmerfeld von rund 25 Booten eine Premiere. „Diese Anzahl haben wir davor noch nie gehabt, es wird taktisch sicher anders werden. Für uns ist diese Regatta ein Saisonhöhepunkt, wir wollen an unsere Kontinuität von Aarhus anschließen und zeigen, dass wir es uns verdient haben, beim Testevent zu segeln. Wir wollen uns auch die Sicherheit zurückholen“, erklärt Abicht. Denn bei den letzten Regatten blieben die beiden hinter den eigenen Erwartungen zurück. Für Steuerfrau Frank ist das aber kein Grund zur Sorge: „Höhen und Tiefen sind symptomatisch für eine Kampagne. Das haben wir vor den Rio-Spielen im Nacra 17 auch gehabt, Anfang 2016 ist es dann wieder bergauf gegangen. Auch aus solchen Phasen muss man das Beste rausholen. Es hilft sich in Erinnerung zu rufen, dass wir bei der WM vor Aarhus über eine Woche konstant vorne mitgesegelt sind“. Während die restlichen OeSV-Teams am Samstag bereits um 12 Uhr ihren ersten geplanten Start haben, werden Frank/Abicht ab 14 Uhr in das Renngeschehen eingreifen.

OeSV-Aufgebot bei den Pre Olympics in Enoshima (JPN), 17. bis 22. August 2019:

470er
David Bargehr / Lukas Mähr

49er
Benjamin Bildstein / David Hussl

49erFX
Tanja Frank / Lorena Abicht

Nacra 17
Thomas Zajac / Barbara Matz

„Ready Steady Tokio“

>> Japan-Blog mit Bargehr/Mähr

>> Japan-Blog mit Bildstein/Hussl

>> Japan-Blog mit Zajac/Matz

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Bilder

Bargehr/Mähr
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Zajac/Matz
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Frank/Abicht
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Bildstein/Hussl
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Bargehr/Mähr (. jpg )

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