Theo Peter will kein „Trainingsweltmeister“ mehr sein „Ich will kein Trainingsweltmeister mehr sein“, hofft Theo Peter, Österreichs aktuell einziger Starter in der olympischen iQFoil-Klasse, bei der anstehenden Weltmeisterschaft auf Anschluss an die Top-Nationen. „Ich bin in meiner Entwicklung – auch dank des großartigen Know-hows im Verband – schon sehr weit, aber bislang ist es mir noch nicht gelungen, meine Trainingsleistungen auch in der Regatta umzusetzen. Ich bleibe zwar geduldig – es ist aber an der Zeit, die Ergebnisse auf das Papier zu bringen.“ Vorbereitung verlief nicht optimal Die unmittelbare WM-Vorbereitung verlief allerdings nicht nach Wunsch. Von einem Trainingsaufenthalt in Kroatien nahm Peter eine Gastritis mit. Der iQFoil-Athlet verlor dadurch mehrere Kilogramm Körpergewicht und musste zunächst in den „Stromspar-Modus“ schalten. Mittlerweile befindet sich der Windsurfer vom Union Yacht Club Wolfgangsee wieder auf dem Weg zurück, rund zwei Kilogramm fehlen ihm aber noch auf sein gewohntes Wettkampfgewicht. Ein Ende August absolviertes Trainingslager direkt im WM-Revier vor Weymouth verlief aber bereits positiv. „Gegen Ende war das schon sehr gut. Es ist ein cooles Revier und hat durch die Olympischen Spiele 2012 einen gewissen ‚Olympic Flair‘. Die Infrastruktur ist lässig und du hast auf einem relativ kleinen Areal unterschiedliche Bedingungen. Drinnen gibt es sehr großen Flachwasserbereich mit wenig Strömung, da kannst du richtig fetzen. Mir hat es dort ganz gut getaugt. Es ist ein guter Vibe und lässig zu sehen, wie dort der Segelsport gelebt wird“, berichtet der gebürtige Niederösterreicher. Schnelligkeit ist da Die Eindrücke aus dem Trainingsblock sind vielversprechend: Theo Peter war schnell, zeigte in den Coaches-Regatten immer wieder prominent auf. Um nun auch bei der WM vorne mitfahren zu können, muss Peter mehr Konstanz in seine Ergebnisse bringen: „Wichtig ist, konstant dabei zu sein und nicht nur Ausreißer zu haben. Gleichzeitig darfst du dir aber keine ‚Killer‘ leisten, die dich wieder runterrasseln lassen.“ Starts als „Performance Goals“ Peter sieht den Schlüssel zum Erfolg im Startverhalten. „Meine ‚Performance Goals‘ werden ganz klar die Starts sein. Der Rest läuft. Es gilt, in die erste Reihe vorzukommen – das ist die Herausforderung, eine schwierige Herausforderung.“ In den letzten Monaten habe er aber viel an Selbstvertrauen, Hartnäckigkeit und Präsenz an der Linie gearbeitet. „Ich weiß immer mehr, was es braucht, um ‚first row‘ zu sein – manchmal auch einfach nur Durchsetzungskraft und das habe ich mir mittlerweile erarbeitet.“ Bei der WM strebt der Athlet des Österreichischen Segel-Verbands zunächst den Einzug in die Goldflotte an und schielt weniger als zwei Jahre vor den Olympischen Spielen Los Angeles 2028 auch auf die Top-24-Nationen. „Jeder fährt seine Geschütze auf und du hast nur ernstzunehmende Gegner. Wir werden voll auf die Goldflotte und die Top-24-Nationen pushen.“ Kampf um Quotenplatz wird immer präsenter Gerade der Vergleich auf Nationenebene gewinnt für Peter mit Fortdauer der Olympiakampagne an Bedeutung. Zwar werden die Nationentickets für die Olympischen Spiele Los Angeles 2028 noch nicht bei dieser Weltmeisterschaft vergeben, der Blick auf die internationale Konkurrenz wird für den 24-Jährigen aber immer relevanter. „Der Kampf um einen Quotenplatz ist einfach beinhart, nur 24 Nationen erhalten eine Startberechtigung – und ich will ein Ticket für Österreich. Mein Team und ich sind definitiv auf dem richtigen Weg, den Olympia-Traum zu realisieren. Die WM ermöglicht mir einen echten Vergleich zu meinen direkten Konkurrenten, diese Erkenntnisse sind unglaublich wichtig, um am Ende nicht überrascht zu werden“, erklärt Peter.