Nationenwechsel vollzogen: Frankreich erteilt Clara Stamminger die Freigabe Lukas Haberl, der als Nacra 17-Steuermann mit Tanja Frank bei seiner Olympia-Premiere 2024 den 15. Platz erzielte, und Clara Stamminger sitzen seit Jänner 2025 gemeinsam im Boot. Stamminger, die bis ins Frühjahr 2024 noch für Frankreich an den Start ging, beantragte nach Eingehen der Segelpartnerschaft mit Haberl einen Nationenwechsel. Auf die dazu notwendige Freigabe des französischen Verbandes musste die 23-Jährige, die mit Haberl in diesem Zeitraum jeweils zwei Welt- und Europameisterschaften nicht bestreiten konnte, über eineinhalb Jahre warten. „Wir mussten den schwierigeren Weg nehmen“ „Dieses lange Prozedere beherrschte meine Gedanken, vor allem vor den Welt- und Europameisterschaften, sehr stark. Endlich ist diese Belastung weg. Das tut richtig gut. Wir haben nun die Möglichkeit, uns vollkommen auf das Segeln zu konzentrieren“, freut sich Stamminger. Trotz aller Herausforderungen hat das Duo sein großes Ziel, die Qualifikation für die Olympischen Spiele Los Angeles 2028, nie aus den Augen verloren. „Es gibt immer zwei Wege zum Erfolg: einen einfachen und einen schwierigeren – und wir mussten in den vergangenen eineinhalb Jahren eben den schwierigeren nehmen. Aber das hat nun ein Ende und wir freuen uns auf die kommenden Challenges am Wasser.“ Für Lukas Haberl war die Situation zunächst schwer einzuschätzen. „Am Anfang war uns überhaupt nicht bewusst, in welcher Lage wir wirklich stecken. Wir haben gedacht: Sie (der französische Segelverband; Anm.) werden Clara schon freigeben. Da waren wir vielleicht auch etwas blauäugig. Irgendwann haben wir gemerkt, dass es Gegenwind gibt und die Franzosen nicht so kooperativ sind, wie wir uns das erhofft hatten“, erzählt Lukas Haberl. Es folgte für das neu formierte Duo ein ständiges Wechselbad. Immer wieder bestand Hoffnung auf eine rechtzeitige Freigabe, immer wieder bereiteten sich Haberl/Stamminger auf die internationalen Saisonhöhepunkte vor – und mussten letztlich zusehen. „EM und WM sind die beiden Hauptevents im Jahr. Auf die freust du dich, dort willst du performen. Du investierst sehr viel Zeit in die Vorbereitung und beschäftigst dich natürlich auch im Kopf damit. Und jedes Mal bekommst du dann die Klatsche, dass es wieder nicht geht“, erinnert sich der Steuermann. Rückkehr nach Europa Aktuell ist das Nacra 17-Gespann vom Österreichischen Segel-Verband auf dem Rückweg aus dem kalifornischen San Pedro, wo es im Revier der Olympischen Spiele Los Angeles 2028 einen sechswöchigen Trainingsblock absolvierte. „Jede Segelstunde im Olympiarevier ist von unfassbar großem Wert. Wir haben hier die gesamte Zeit über perfekte Bedingungen vorgefunden und unser Wissen über Wind, Wetter und Strömung enorm erweitert“, berichtet Haberl. Zwischendurch nahm das Duo an der San Pedro Olympic Classes Regatta teil und belegte dort den 17. Platz. Nach einer kurzen Pause werden die beiden in Europa – voraussichtlich am Gardasee – wieder auf das Wasser gehen. Vor dem großen Wintertrainingslager ab Dezember sind noch Einheiten und eine Regatta in Valencia geplant.