Sechs OeSV-Boote nehmen Europameisterschaft vor Eckernförde in Angriff Vergangenen Mittwoch ist mit der Kieler Woche der vierte Stopp der diesjährigen Sailing Grand Slam-Serie zu Ende gegangen. Nur „eine Bucht weiter“ in Eckernförde finden nun die Europameisterschaften in den olympischen Klassen 49er, 49erFX und Nacra 17 statt. Österreichs Segel-Equipe hat ihre Boote direkt nach dem Vergleich in Kiel überstellt und ist nun seit Donnerstagabend vollzählig im EM-Revier eingetroffen. Für viele Athlet:innen ist die enge Bucht Neuland, hat aber Ähnlichkeit mit Kiel – das flachere Wasser markiert den einzigen markanten Unterschied. Auch vor WM-Medaille Goldflotte verpasst Österreichs 49er-Aushängeschilder Keanu Prettner und Jakob Flachberger haben vergangene Woche in Kiel nicht ganz an ihre davor gezeigten starken Leistungen mit WM-Silber und dem Gewinn der Dutch Water Week anschließen können. „Das Hauptproblem waren eindeutig die Starts. Wir sind nie gut genug rausgekommen. Und Leichtwind sind nicht unsere bevorzugten Bedingungen. Da haben wir aber in der Kiel-Analyse ein paar Stellschrauben gefunden, an denen wir drehen werden – das wird sicher besser laufen“, erzählt Steuermann Keanu Prettner. Vier Trainingstage will das Salzburger Duo vor Ort noch abspulen und dabei die finale Auswahl für Großsegel und Gennaker treffen. Dass das Verpassen einer Goldflotte auch ein Push sein kann, haben die beiden Athleten vom Union Yacht Club Wolfgangsee bei der Weltmeisterschaft gezeigt. „Kurz davor beim Grand Slam in Hyères sind wir auch schlecht gefahren und dann ist uns die WM gut von der Hand gegangen – vielleicht ist das ein gutes Omen“, so der 25-Jährige. Nach dem Gewinn der Silbermedaille werden die beiden bei der EM auch zum Kreis der Mitfavoriten gezählt. „Dass wir zu den Medaillenanwärtern gerechnet werden, ist nach WM-Silber absolut klar – und dieser Status setzt bei uns viel positive Energie frei. Druck gibt es da weniger. Wir wissen, dass wir es können, und wir wollen wieder eine gute Leistung abrufen. Unser Ziel ist es, die beiden Medal Races mit einer realistischen Medaillenchance zu erreichen – und dann ist alles möglich“, schließt Vorschoter Jakob Flachberger. Mit Ferdinand Steffan/Jonah Maier und Keno Pulte/Leo Uebelhör hat der OeSV zwei weitere Boote in der männlichen Skiff-Klasse am Start. Beide Teams feiern ihr EM-Debüt im olympischen 49er. „Das ist nun unsere wichtigste Regatta in diesem Jahr“ Hinter Rosa Donner und Marion LaFrance-Berger liegt eine fast zweimonatige Verletzungspause – jüngst in Kiel ist das seit letztem Herbst neu formierte Duo wieder in die Saison zurückgekehrt. Dabei haben die beiden nur knapp den Cut für die Goldflotte verpasst. „Wir haben beim Comeback in Kiel wieder sehr gut hineingefunden. In der Qualifikation waren fünf von sechs Rennen gut – nur die letzte Wettfahrt hat uns dann die Teilnahme an der Top-Gruppe gekostet“, knirscht Donner, die sich im Juniorenbereich U21 mit WM Gold und U23 WM Bronze der 470er-Klasse dekorieren konnte. Das verletzungsbedingte Verpassen der Weltmeisterschaft hat beim 49erFX-Team etwas die Prioritäten verschieben lassen. „Die EM ist nun unsere wichtigste Regatta in diesem Jahr, das Highlight – da wollen wir aufzeigen. Wir sind gut vorbereite und freuen uns darauf, teilnehmen zu können. Unser Ziel ist die Goldflotte“, so die Kärntnerin. Für ein erfolgreiches Abschneiden hofft Donner auf ähnliche Bedingungen wie in Kiel: „Leichtwind ist für uns aktuell einfacher zu handeln – da halten wir gut mit den Top- Booten mit, unser Speed ist ähnlich und wir können unsere taktischen Fähigkeiten gut ausspielen.“ Mit Eva Truttenberger/Livia Farese ist auch ein zweites rot-weiß-rotes Boot in der weiblichen Skiff-Klasse am Ablauf. Farese/Zöchling nehmen Anlauf auf erste EM-Medaille Laura Farese und Matthäus Zöchling sind seit Jahren eines der Top-Teams in der olympischen Nacra 17-Klasse. Die beiden Burgenländer haben in Kiel mit Platz sechs ihr bislang bestes Saisonergebnis gezeigt – und wollen vor Eckernförde ihre erste EM-Medaille holen. Sowohl 2024 als Vierte als auch 2025 als Fünfte ist die Paarung vom Union Yacht Club Neusiedlersee knapp gescheitert. „Wir sind ‚ready to go‘. Der sechste Platz in Kiel hat uns noch einmal ordentlich Selbstvertrauen gegeben – und wir haben gesehen, dass wir auch in dieser Saison zu den besten Booten der Welt zählen. Wenn es uns gelingt, eine sehr gute Regatta zu fahren, dann ist eine Medaille möglich. Es muss aber viel zusammenspielen: Konstanz, gute Starts, perfekte Entscheidungen und der nötige Bootsspeed – damit würden wir zu Edelmetall kombinieren. Wir sind definitiv in der Lage dazu und werden alles geben, erfolgreich zu sein“, sagt Steuerfrau Laura Farese. Österreichs zweiter Nacra 17 mit Lukas Haberl und Clara Stamminger, deren Nationenwechsel noch nicht vollständig vollzogen ist, ist auch bei diesen kontinentalen Titelkämpfen nicht startberechtigt. Die Europameisterschaften werden offen ausgetragen. Nicht europäische Nationen werden nach Abschluss der Regatta aus der Wertung genommen. 49er, 49erFX und Nacra 17-Europameisterschaft Eckernförde, Deutschland >>> Event-Website 49er Keanu Prettner/Jakob Flachberger Ferdinand Steffan/Jonah Maier Keno Pulte/Leo Uebelhör 49erFX Rosa Donner/Marion LaFrance-Berger Eva Truttenberger/Livia Farese Nacra 17 Laura Farese/Matthäus Zöchling