Segel-Nationalteam fast geschlossen bei traditioneller „Kieler Woche“ Die Abordnung des Österreichischen Segel-Verbands wird von den amtierenden 49er-Vizeweltmeistern und aktuellen Gewinnern der „Dutch Water Week“ (dritter Stopp der Sailing Grand Slam-Serie) Keanu Prettner/Jakob Flachberger angeführt. Die Salzburger Paarung hat ihr Boot direkt nach dem Erfolg in Almere vor rund zwei Wochen in den Olympiahafen Schilksee von 1972 überstellt und reist am Freitag an. „Es läuft einfach bei uns. Wir stecken in der bislang besten Phase unserer Karriere – und dieses Niveau wollen wir halten. Wir fühlen einen sehr guten ‚Flow‘, der uns immer wieder viele richtige Entscheidungen ermöglicht, und das kann uns auch in Kiel ein gutes Ergebnis bringen“, erklärt Steuermann Keanu Prettner. Der anstehende Vergleich an der Ostsee ist für das Duo vom Union Yacht Club Wolfgangsee auch der letzte Event vor der Europameisterschaft Mitte Juli im nahegelegenen Eckernförde. „Die Regatta dient auch der optimalen EM-Vorbereitung: Einerseits werden die Bedingungen ähnlich sein, andererseits racen wir hier wieder in großen Flotten – so wird es auch bei den Titelkämpfen sein. Das Ziel für die Kieler Woche ist das Erreichen des Schlusstages mit einer realistischen Chance auf eine Medaille und wir haben intern das Thema Kommunikation in den Fokus gerückt – da können wir vielleicht noch etwas herausholen“, weiß Vorschoter Jakob Flachberger. In der olympischen Skiff-Klasse der Männer sind für Österreich zudem die Paarungen Ferdinand Steffan/Jonah Maier und Keno Pulte/Leo Uebelhör am Start. Finger hält: Donner/LaFrance-Berger greifen wieder an Rosa Donner und Marion LaFrance-Berger werden bei der „Kieler Woche“ wieder ins Wettkampfgeschehen zurückkehren: Die seit Herbst letzten Jahres neu formierte 49erFX-Paarung musste seit der Regatta vor Hyères verletzungsbedingt pausieren. Steuerfrau Donner erlitt eine Gelenkfraktur im linken Mittelfinger. Nach einer mehrwöchigen Pause ist das Duo erst vor wenigen Tagen im Bundesleistungszentrum Neusiedl am See wieder auf das Wasser zurückgekehrt: „Ich fühle mich wieder voll fit, die Verletzung ist vollständig ausgeheilt. Der Weg zurück auf das Wasser war kein leichter – weil wir auch, da Marion kurz gesundheitlich angeschalgen war, weitere Trainingstage verpassten. Aber mittlerweile bekommen wir wieder ein Gefühl für das Boot. Für Kiel gilt es quasi ‚in competition‘ die verlorenen Wasserstunden teilweise gutzumachen. Wir wollen die Basics wieder automatisieren und einen Rhythmus für die anstehende Europameisterschaft aufbauen“, erklärt Rosa Donner. Mit dem Comeback setzt das Duo einen weiteren Schritt Richtung seines großen Ziels Olympiateilnahme. Um das zu realisieren, starteten die beiden jüngst ein „Crowdfunding-Projekt“ auf www.ibelieveinyou.at. „Im internationalen Spitzensport entscheiden oft Nuancen über Erfolg oder Misserfolg. Um mit der Weltspitze Schritt halten zu können, benötigen wir laufend hochwertiges Material und die bestmögliche Ausrüstung. Mit unserer Crowdfunding-Kampagne möchten wir Menschen und Unternehmen die Möglichkeit geben, Teil unserer Reise zu werden. Jede Unterstützung hilft uns dabei, uns optimal auf die Europameisterschaft und die Sailing Grand Slams vorzubereiten und unseren Traum von den Olympischen Spielen in Los Angeles weiterzuverfolgen", so Donner.  Österreichs zweites 49erFX-Gespann im 51 Boote starken Teilnehmerinnenfeld ist Eva Truttenberger/Livia Farese. Nacra 17-Konkurrenz wieder mit zwei Booten besetzt Lukas Haberl und Clara Stamminger kehren bei der „Kieler Woche“ ins Regattageschehen zurück, nachdem die Paarung vom Mondsee ob des noch nicht vollzogenen Nationenwechsels bei Stamminger zuletzt die Weltmeisterschaft auslassen musste. Die Neunten vom Sailing Grand Slam-Stopp in Hyères haben sich jüngst direkt in Kiel auf ihre nächste Herausforderung vorbereitet – und ein erfolgreiches Trainingscamp absolviert. „Wir haben in den zwei Wochen hier an der Ostsee richtig gut trainiert und starke Fortschritte gemacht. Das Gefühl nach diesen intensiven und produktiven Einheiten ist mega – und genau diesen Schwung, diesen ‚Drive‘ wollen wir jetzt auch in den Wettkampf mitnehmen“, berichtet Steuermann Lukas Haberl. Der Salzburger und seine Segelpartnerin fühlen sich vor allem bei Technik und Bootshandling für den Vergleich gerüstet. „Es passt gerade sehr gut zusammen. Wenn wir unsere Form in die Regatta mitnehmen können, werden wir eine erfolgreiche Woche absolvieren.“ Bei Laura Farese und Matthäus Zöchling, zuletzt Zwölfte bei der Weltmeisterschaft, will die „Kieler Woche“ als letzte Formüberprüfung für die anstehende Europameisterschaft im nur wenige Kilometer entfernten Eckernförde nutzen. „Das Ziel hier ist natürlich die Teilnahme am Schlusstag – aber wir wollen hier auch jede Sekunde nutzen, um uns in diesen herausfordernden Bedingungen mit ablandigem, drehendem und starkem Wind zu verbessern. Das sind nicht unsere bevorzugten ‚Conditions‘ und nachdem wir mit ähnlichen Herausforderungen bei der EM rechnen, gilt es hier umso konzentrierter und aktiver zu sein“, hält Steuerfrau Laura Farese fest. Kübber will EM vergessen machen Clemens Kübber hält Österreichs Fahnen in der olympischen ILCA 7-Klasse hoch. Der Burgenländer muss sich gegen insgesamt 119 Konkurrenten behaupten. „Die Kieler Woche ist mein absolutes Lieblingsevent. Nicht nur die Regatta selbst, sondern das gesamte Drumherum und der besondere Eventcharakter machen diese Veranstaltung jedes Jahr zu etwas Besonderem. Ich fahre immer sehr gerne nach Kiel. Ich möchte zeigen, dass die letzte Europameisterschaft (Bronzeflotte; Anm.) mein tatsächliches Niveau und Können nicht widerspiegelt. Ich weiß, dass ich deutlich mehr draufhabe, und genau das möchte ich diesmal beweisen.“ Kieler Woche 20. – 25. Juni 2026 Eventwebsite 49er Keanu Prettner/Jakob Flachberger Ferdinand Steffan/Jonah Maier Keno Pulte/Leo Uebelhör 49erFX Rosa Donner/Marion LaFrance-Berger Eva Truttenberger/Livia Farese Nacra 17 Lukas Haberl/Clara Stamminger Laura Farese/Matthäus Zöchling ILCA 7 Clemens Kübber