Herausforderung Hyères: Segelnationalteam will starken Auftakt bestätigen Der olympische Segel-Tross ist von Palma de Mallorca nach Südfrankreich übersiedelt, in Hyères findet von 20. bis 25. April die traditionelle „Semaine Olympique Française“ statt. Über 800 Seglerinnen haben sich für den zweiten Stopp des Sailing Grand Slam eingeschrieben. Österreichs Equipe umfasst 13 Athletinnen, die in sechs olympischen Segelklassen an den Start gehen werden. Bontus hat gute Erinnerungen an Hyères Valentin Bontus ist mit guten Erinnerungen zum zweiten Sailing Grand Slam-Event angereist. 2024 gewann der 25-Jährige vor Hyères Bronze bei der Weltmeisterschaft, im selben Jahr hing er sich unweit davon entfernt bekanntlich Olympiagold um den Hals. Die Form in seiner Comeback-Saison passt ebenfalls – als Dritter fuhr er gleich zum Saisonauftakt auf das Podest. „Ich möchte natürlich an meinen Erfolg von Palma anschließen. Das Ziel ist auf jeden Fall wieder ein Top-10-Ergebnis. Ein paar ‚Baustellen‘ haben sich in der Regatta-Nachbearbeitung ergeben. Es gibt ein paar kleine Schrauben, an denen wir drehen müssen – im Idealfall gleich hier, um dann auch gut vorbereitet für die anstehende Weltmeisterschaft Mitte Mai zu sein“, weiß der Niederösterreicher. Eine Challenge – auch für das gesamte Segelnationalteam – sei die im Vergleich zu Palma wärmere Wassertemperatur, meint Bontus, der in der Vorbereitung auf eine Vielzahl an bestehenden technologischen und meteorologischen Daten zurückgreifen kann. „Hier ist es ein, zwei Grad wärmer – das erfordert eine feine Adjustierung des Set-ups“, so der Athlet vom Yacht Club Podersdorf. Den Athlet:innen steht in diesem Jahr auch wieder Materialtechniker Michele Saponara zur Seite. Der Italiener ist seit November 2022 Teil des OeSV-Technologie-Projekts.  Mehr „Punkte safen“ für realistische Chance auf Medaille Keanu Prettner und Jakob Flachberger haben sich in der vor Palma hochkarätig besetzten 49er-Flotte als achtbestes Boot für den Finaltag qualifiziert – und dort mit einem Wettfahrtsieg die Skiff-Elite aufgemischt. Nach einer kurzen Regenerationspause, die Steuermann Keanu Prettner mit ein paar Teamkollegen im Norden Mallorcas verbrachte, will das Salzburger Duo in Frankreich eine Schippe drauflegen. „Wir wollen die Starts einen Tick besser hinbekommen und vielleicht ein paar Feinheiten am Trimm vornehmen, um die ‚Lanes‘ zwischen anderen Booten länger zu halten – dadurch sollten wir ein paar Punkte ‚safen‘ können, um in der Entscheidung eine realistische Chance auf eine Medaille zu bekommen“, hält Prettner fest. Mit Ferdinand Steffan/Jonah Maier hat der Österreichische Segel-Verband auch einen zweiten 49er am Start. Das junge, burgenländische Duo kämpfte vor Palma noch mit dem Bootshandling. „Wir sind einfach zu viel gekentert – vor allem in brenzligen Situationen, in denen andere Boote ein Faktor sind, verlieren wir noch zu viele Meter. Dennoch sind wir mit unserer Entwicklung zufrieden und wollen in der nächsten Woche unsere Lernkurve ansteigen lassen“, weiß Vorschoter Maier. In der weiblichen 49erFX-Klasse treten Rosa Donner und Marion Lafrance-Berger an. Nach der ersten Standortbestimmung vor Palma, die Platz 54 einbrachte, sind die Ziele für Hyères spezifischer geworden: „Eine Leistungssteigerung ist erkennbar – nun wollen wir die nächsten kleinen Schritte hin zu mehr Konkurrenzfähigkeit setzen. Die Tage hier in Südfrankreich wollen wir aber auch nutzen, um uns in der 49erFX-Community besser zu vernetzen. Wir sind auf der Suche nach Trainingspartnerinnen, um an der Seite von Sparring-Partnerinnen unsere nächsten Entwicklungsschritte setzen zu können“, erklärt Rosa Donner. Nacra 17-Teams bekommen hochkarätige Konkurrenz „Es wird nicht leichter“, seufzt Lukas Haberl und verweist auf die Startliste in der Nacra 17-Klasse. Für den zweiten Stopp der Sailing Grand Slam-Serie haben sich mit Ruggero Tita und Caterina Banti die Dominator:innen der letzten Jahre eingeschrieben. Seit 2017 gewann das italienische Duo vier EM- und WM-Titel und zweimal Olympiagold. Der Salzburger verpasste mit seiner Vorschoterin vor Palma als 13. knapp die Teilnahme am Finaltag. „Die erste Standortbestimmung ist geschafft. Uns ist bewusst, dass eine Top-10-Platzierung schwierig, aber auf jeden Fall machbar ist. In Palma waren die Bedingungen nicht ganz auf unserer Seite. Wir brauchen über die gesamte Woche etwas mehr Variation bei Wind und Welle, dann können wir mit unseren Allround-Fähigkeiten schon eine gute Platzierung einsegeln“, weiß der Athlet vom Union Yacht Club Mondsee. Österreichs zweiter Nacra 17 mit Laura Farese und Matthäus Zöchling hievte sich auf der Baleareninsel in die Top-10, sieht aber ebenfalls noch Luft nach oben: „Wir müssen unsere kleinen Fehler reduzieren. Wenn es uns gelingt, in den wichtigsten Bereichen noch ein paar Prozentpunkte herauszuholen, dann kommen wir Richtung 100 Prozent – und dann können wir, das haben wir vor Palma bewiesen, Wettfahrten gewinnen. Wir müssen die Einzelteile besser zueinander und mehr Konstanz hineinbringen, dann ist vor Hyères noch mehr möglich“, erzählt die burgenländische Steuerfrau Laura Farese. iQFoil-Athlet Theo Peter verzichtet auf einen Start bei diesem Sailing Grand Slam-Bewerb. Der Windsurfer vom Union Yacht Club Wolfgangsee hat bereits vor Portimão seine Detailvorbereitung auf die Europameisterschaften gestartet. Die kontinentalen Titelkämpfe in den olympischen Windsurfklassen finden ab 18. Mai in Portugal statt. Ebenfalls nicht am Start sind die beiden Nachwuchs-Skiff-Teams Eva Truttenberger/Livia Farese (49erFX) und Keno Pulte/Leo Übelhör (49er). Niklas Haberl, Vorschoter der aktuell rekonvaleszenten Olympiasiegerin Lara Vadlau, wird die Regatta mit der spanischen Steuerfrau Paula Leiseca bestreiten. In der olympischen ILCA 7-Klasse hält Clemens Kübber die rot-weiß-roten Farben hoch.  Semaine Olympique Francaise Hyères, Frankreich | 20. – 25. April >> Event-Website Nacra 17: Laura Farese/Matthäus Zöchling Lukas Haberl/Clara Stamminger 49er Keanu Prettner/Jakob Flachberger Ferdinand Steffan/Jonah Maier 49erFX Rosa Donner/Lafrance-Berger ILCA 7 Clemens Kübber Formula Kite Valentin Bontus 470er Paula Leiseca/Niklas Haberl