Saison-Auftakt der olympischen Bootsklassen mit neuem Medal-Race-Format und einem Comeback World Sailing, der weltweite Dachverband für den Segelsport, hat für die Segelsaison 2026 zu Testzwecken in den Segelklassen 49er, 49erFX, ILCA 6, ILCA 7, 470er und Nacra 17 ein neues Medal-Race-Format gelauncht: Statt dem bisherigen Modus mit einem Entscheidungslauf und doppelten Punkten werden ab sofort zwei Medal-Races um einfache Punkte gesegelt. Vor den beiden Entscheidungswettfahrten werden jedoch die Punkte der besten zehn Boote, ausgehend von der Punkteanzahl des Drittplatzierten, bei großen Abständen (zu den Top-2 mehr als neun Zähler, zum zehntplatzierten Boot mehr als 18 Punkte) nach einem festgelegten Verteilungsschlüssel adjustiert. Dadurch verringern sich die Punktedifferenzen innerhalb der Top-10. Die Board-Disziplinen Formula Kite und iQFoil sind von dieser Änderung nicht betroffen. „Mit dem neuen Medal-Race-Format will World Sailing versuchen, die Spannung und Medaillenentscheidung so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. 2026 ist als Testsaison für diesen Modus ausgewählt worden. Der Zeitpunkt und die Zeitspanne sind vernünftig gewählt, um dann auch noch genügend Vorlauf für etwaige Korrekturen und Adaptionen für die Olympischen Spiele zu haben. Ich unterstütze die Idee, Dinge zu verbessern, wo Verbesserung möglich ist. Es wird aber ein paar Regatten dauern, um ein vernünftiges Fazit ziehen zu können, ob das neue System greift“, kommentiert Matthias Schmid, Sportdirektor vom Österreichischen Segel-Verband, die Änderung. Eine genaue Erklärung des neuen Medal-Race-Formats liegt der Presseaussendung bei. Für Detailfragen wenden Sie sich bitte an OeSV-Pressesprecher Christopher Käferle. Das Knie hält: Olympiasieger Bontus bereit für sein Comeback Im Vorjahr hat Valentin Bontus mit Rang drei vor Palma sein bislang bestes Weltcup-Ergebnis geholt, ehe die Saison durch einen Kreuzbandriss jäh gestoppt wurde. Knapp ein Jahr später steht der Olympiasieger von 2024 vor seinem Renn-Comeback: „Ich bin heute körperlich fitter denn je, der gesamte Heilungsprozess ist optimal verlaufen und das Beste ist, dass ich beim Kiten nie das Bedürfnis habe, an das Knie zu denken.“ Erst recht nicht, wenn der 25-Jährige in den Race-Modus schaltet, vorerst im Rahmen einer Coaches-Regatta. „Ich bin super Rennen gefahren, konnte mit den Besten voll mithalten und das Finale gewinnen. Der Speed ist da und der Spaß auch.“ Damit es nun auch bei der ersten offiziellen Regatta klappt, hat der Niederösterreicher im letzten Trainingsblock intensiv am Set-up geschraubt – speziell bei der Auswahl an Kites wurde noch viel getüftelt. Sein Fokus liegt in dieser Saison auf den beiden Großereignissen: der Weltmeisterschaft im portugiesischen Viano do Castelo, gut eine Autostunde nördlich von Porto, im Mai und der Europameisterschaft im türkischen Akyaka Anfang September. „Die WM ist recht rasch da, aber ich möchte dort super abschneiden und um die Medaillen mitfahren. Hoffentlich kann ich mit einem guten Start in die Saison gleich viel Selbstvertrauen für den ersten Höhepunkt mitnehmen.“ Mit Mut zu Top-Platzierungen Theo Peter ist Österreichs zweiter Athlet in einer olympischen Board-Disziplin. Der Niederösterreicher startet in der iQFoil-Klasse und trifft dabei auf 123 Konkurrenten. „Palma ist immer extrem stark besetzt – oft sogar stärker als eine Europameisterschaft. Wenn man aber vorneweg fährt, ist es egal, wie viele im Rückspiegel sind“, erwähnt der 23-Jährige, der Anfang des Monats bei den iQFoil-Games vor Cádiz an den Top-20 anklopfte. Entscheidend wird der Start: „Timing, Mut und Selbstvertrauen – darum geht’s. Wenn man am Start nur eine Nuance zu spät ist, gehört dir die zweite Reihe und dann hat man eigentlich keine Chance mehr auf eine Top-Platzierung.“ Für Peter und Bontus beginnen die Wettkämpfe vor Palma erst am Dienstag, den 31. März. Erfolgreiches „Warm-up“ macht Lust auf mehr Farese und ihr Vorschoter Matthäus Zöchling haben als finale Vorbereitung auf den ersten Sailing Grand Slam-Wettkampf die im gleichen Revier stattgefundene MSC-Regatta absolviert. Das Duo vom Union Yacht Club Neusiedlersee klassierte sich auf Rang drei und tankte damit eine letzte Portion Selbstvertrauen. „Wir haben gesehen, dass wir auch heuer mit der internationalen Konkurrenz auf Augenhöhe segeln können. Speziell unser Speed passt aktuell bei allen Windbedingungen sehr gut. Unser Ziel ist es, mit einer soliden Leistung den Einzug ins Medal Race zu schaffen“, sagt Vorschoter Matthäus Zöchling. Weiter nach oben soll es auch für Österreichs zweiten Nacra 17 mit Olympiateilnehmer Lukas Haberl und dessen Vorschoterin Clara Stamminger gehen. Die beiden klassierten sich beim „Warm-up“ auf Platz acht und ließen dabei ihr Potenzial aufblitzen: „Wir haben in den intensiven Trainingsblöcken unsere Stärken aus der letzten Saison nochmals ausbauen können und auch an unseren Potenzialen geschraubt – mittlerweile sind wir zu echten ‚Allroundern‘ bei allen Bedingungen gereift und mit diesen Fähigkeiten wollen wir heuer viele gute Ergebnisse rausholen“, erklärt der Oberösterreicher. Sowohl Clara als auch er seien klassische Wettkampftypen: „Wenn wir den Schalter auf ‚Race-Mode‘ stellen, dann können wir noch ein paar Prozent mehr reinlegen als viele andere Boote.“ Finetuning bei Prettner/Flachberger noch im Gange Österreichs Nummer eins in der Skiff-Klasse ist auch 2026 die Salzburger-Paarung Keanu Prettner und Jakob Flachberger. Das Duo vom Union Yacht Club Wolfgangsee feilt wenige Tage vor dem ersten großen Vergleich in dieser Saison mit Höhepunkt Weltmeisterschaft Mitte Mai im französischen Quiberon noch am Set-up. „Wir wollen die letzten Tage bis zum Event hin noch ein paar Dinge ausprobieren, um noch ein Speed-Plus herauszukitzeln“, erzählt Prettner. Bei der MSC-Regatta blieb den EM-Vierten von 2025 nur der 27. Rang – im Vorjahr gelang der Sieg. „Heuer haben wir uns etwas schwerer getan. Wir haben noch zu viel experimentiert – auch das Top-Material nicht eingesetzt. Aber grundsätzlich stehen wir gut da“, ergänzt der Steuermann. Mit Ferdinand Steffan/Jonah Maier und Keno Pulte/Leo Übelhör hat der OeSV zwei weitere Teams in der Skiff-Klasse am Start. Die beiden Boote stehen in der 49er-Klasse am Anfang ihrer Entwicklung. Erste Sailing Grand Slam-Regatta für Donner/Lafrance-Berger In der weiblichen Skiff-Disziplin greift die ehemalige 470er-Junior:innen-Weltmeisterin Rosa Donner an. Gemeinsam mit Marion Lafrance-Berger sitzt die Kärntnerin seit einem Dreivierteljahr in einem 49erFX und hat ihren Traum, an den Olympischen Spielen 2028 teilzunehmen, fest im Blick. Im Vorfeld der Trofeo Princesa Sofia übt sich das Duo noch in Geduld: „Natürlich wollen wir schnell und erfolgreich segeln, aber wir wissen auch, dass wir dieses Boot erst seit einem Dreivierteljahr steuern – demnach wollen wir heuer weiter viel lernen, so viel wie möglich mitnehmen und am Ende alles erfolgreich zusammensetzen, um dann mit viel Momentum in das Jahr 2027 zu starten. Wir geben gerade alles, um so schnell wie möglich den ‚Gap‘ zu den Top-Teams zu schließen. Bis jetzt bin ich mit der Entwicklung zufrieden – aber der Weg zu meinem großen Ziel ist noch lange“, so die 23-Jährige. Mit Eva Truttenberger/Livia Farese hat Österreich auch ein Nachwuchs-Team in der 49erFX-Klasse am Start.  In der ILCA 7-Klasse hält Clemens Kübber die rot-weiß-roten Farben hoch. Der Athlet vom Union Yacht Club Neusiedlersee stellt sich 199 Athleten und tritt damit in der bestbesetzten Flotte an. Trofeo Princesa Sofia Sailing Grand Slam-Regatta >>> Eventwebsite Nacra 17: Laura Farese/Matthäus Zöchling Lukas Haberl/Clara Stamminger 49er Keanu Prettner/Jakob Flachberger Ferdinand Steffan/Jonah Maier Keno Pulte/Leo Übelhör 49erFX Rosa Donner/Lafrance-Berger Eva Truttenberger/Livia Farese ILCA 7 Clemens Kübber Formula Kite Valentin Bontus iQFoil Theo Peter