Bildstein/Hussl schrammen an WM-Medaille vorbei Bei abwechslungsreichen Bedingungen mit teilweise Regen und Böen bis zu 25 Knoten gingen Benjamin Bildstein und David Hussl als Führende in den letzten WM-Tag. In den abschließenden zwei Rennen der Goldflotte landeten die Weltranglistenzweiten aus Österreich auf den Rängen 20 und 2 und gingen damit von Position drei in das Medal Race. „Im ersten Rennen sind uns ein paar Fehler unterlaufen. Umso erfreulicher war es, dass wir im zweiten wieder unsere Leistung abrufen konnten“, so Steuermann Bildstein.  Das Medal Race begann mit einer äußerst umstrittenen Jury-Entscheidung denkbar unglücklich für die Österreicher. Direkt nach dem Start mussten sie eine Strafdrehung machen. „Obwohl wir im Lee waren, hat man uns die Penalty gegeben. Wir haben uns nach dem Rennen die Videoanalyse angesehen und sind der Meinung, dass die Jury die falsche Entscheidung getroffen hat“, erklärt der Vorarlberger. Das Duo vom Yacht Club Bregenz kämpfte sich trotz des Rückstandes noch auf den sechsten Platz vor. Da die Deutschen Eric Heil und Thomas Plößl als direkte Konkurrenten das Rennen gewannen, fielen Bildstein/Hussl auf Rang vier zurück. Peter Burling und Blair Tuke aus Neuseeland holten sich hingegen ihren sechsten WM-Titel, mit nur drei Punkten Vorsprung auf das OeSV-Duo ging zudem Silber an die Spanier Diego Botín und Iago López Marra. „Es ist natürlich eine Enttäuschung da. Wir wissen aber auch, welche Leistung wir erbracht haben. Seglerisch war das bisher unsere beste Regatta, wir haben viele Dinge von letzten WM mitgenommen und gut umgesetzt“, weiß Bildstein und sein Tiroler Vorschoter David Hussl ergänzt: „Ein vierter Platz ist immer hart, wir nehmen aber auf jeden Fall das Positive aus dieser Woche mit. Wir haben wieder deutliche Sprünge nach vorne gemacht, das gibt viel Motivation. Das olympische Jahr hat erst begonnen, es stehen noch intensive Monate vor uns“. Die OeSV-Junioren Keanu Prettner und Jakob Flachberger beendeten ihre ersten offenen Weltmeisterschaften auf Rang 40. Am letzten Tag fuhren die beiden Salzburger in der Silberflotte auf die Plätze 16 und 22. OeSV-Sportdirektor Matthias Schmid: „Das Positive ist, dass Benjamin und David auch kurz nach Neuseeland erneut gezeigt haben, dass sie ganz vorne dabei sind. Ihre Leistung war überragend, eine Medaille wäre mehr als verdient gewesen. Die doch sehr fragwürdige Jury-Entscheidung war der Knackpunkt. Obwohl die Entscheidung direkt nach dem Start zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt passiert ist, haben sie sich in einem WM-Medal-Race sogar noch einmal zurückgekämpft. Mit Keanu und Jakob haben auch die jungen 49er aufgezeigt. Es gab bei ihrer ersten offenen WM viele positive Aspekte, sie haben in einzelnen Rennen wirklich tolle Leistungen erbracht. Man sieht, dass die nächste Generation schon in den Startlöchern scharrt.“ Zajac/Matz verpassen Medal Race um einen Punkt Thomas Zajac und Barbara Matz im Nacra 17 nahmen den letzten WM-Tag von Rang neun in Angriff. Nach einem guten Start kenterten die beiden jedoch auf der Vorwind bei einer Halse auf Platz fünf liegend. Nachdem die Österreicher dadurch rund zehn Boote verloren, wurde ihnen schließlich eine weitere Kenterung zum Verhängnis und sie konnten das Rennen nicht mehr beenden. In der abschließenden Wettfahrt kamen Zajac/Matz an zwölfter Stelle ins Ziel. „Wir haben im letzten Rennen voll riskiert. Als wir auf der rechten Seite waren, kam auf einmal ein Linksdreher. Damit war es für uns vorbei“, berichtet der Olympia-Bronzemedaillengewinner von Rio. Nach der Silbermedaille bei den Ozeanienmeisterschaften verpasste das OeSV-Duo um nur einen Punkt den Sprung in das WM-Medal-Race der zehn besten Boote. „Wir haben während unserer Zeit in Australien insgesamt gute Leistungen gezeigt, konnten es aber für die WM nicht ganz umsetzen. Wir mussten zwar bis zum letzten Tag keinen richtigen Dämpfer hinnehmen, die Top-Ergebnisse sind aber ausgeblieben. Das hat es so schwierig gemacht“, weiß Zajac. Das junge Nacra-17-Boot mit Laura Farese und Matthäus Zöchling, die am Donnerstag sensationell ihren ersten Wettfahrtsieg feierten, beendeten die WM auf Rang 26 und gewannen wie schon bei den Ozeanienmeisterschaften die U23-Wertung. Die beiden Burgenländer verbuchten zum Abschluss die Plätze 28 und 25. „Wir haben heute leider unnötige Fehler gemacht und waren oft auf der falschen Seite. Insgesamt ist es schön, dass wir den U23-Titel gewonnen haben. Bei wenig Wind konnten wir gut mithalten und der erste Wettfahrtsieg war sowieso etwas Besonderes“, resümiert Steuerfrau Farese. OeSV-Sportdirektor Matthias Schmid: „Im Gegensatz zur Ozeanienmeisterschaft hatten Thomas und Barbara beim Wind nicht mehr das richtige Gespür. Sie sind nicht so ganz in der WM angekommen. Der Trainingsblock in Australien war dennoch sehr wichtig, sie sind nicht weit weg von der Nacra-17-Spitze. Laura und Matthäus haben ihr Potential wieder unter Beweis gestellt, das zeigt auch der Sieg in der U23-Wertung. Sie arbeiten fleißig und haben mit dem Wettfahrtsieg etwas Tolles geschafft“. Frank/Abicht mit Top-Platzierung zum Abschluss Die 49erFX-Seglerinnen Tanja Frank und Lorena Abicht verbesserten sich bei 10-18 Knoten mit den Rängen 12 und 2 noch auf Platz 20. „Mit dem Abschluss sind wir zufrieden. Die strategischen Entscheidungen und die Technik bei mehr Wind haben gepasst. Durch die zwei fehlenden Renntage hatten wir leider keine Chance mehr, uns noch weiter noch vorne zu arbeiten“, analysiert Vorschoterin Abicht. Laura Schöfegger und Anna Boustani beendeten die Regatta auf Rang 37. Zwei Plätze dahinter sind Angelika Kohlendorfer und Lisa Farthofer, die in der Silberflotte zum Abschluss einen sechsten Platz holten. OeSV-Sportdirektor Matthias Schmid: „Nachdem sie zuletzt ein paar Male knapp am Cut scheiterten, haben sich Tanja und Lorena den Einzug in die Goldflotte wirklich verdient. Sie haben bei den von ihnen nicht bevorzugten Windbedingungen gezeigt, dass sie vorne mitfahren können. Unsere zwei weiteren 49erFX-Teams haben ihr Potential teilweise in Top-Ergebnisse umsetzen können. Sie haben wieder Schritte nach vorne gemacht, sind insgesamt aber noch nicht komplett genug.“ Palma de Mallorca erste Europa-Station Die Nationalteam-Segler werden nun nach Österreich zurückkehren und dann in Palma de Mallorca in die Europa-Saison starten. Zunächst bestreiten die 470er-Herren auf den Balearen ihre Weltmeisterschaft (13. bis 21. März). Kurz darauf nehmen alle vom OeSV beschickten Klassen an der Trofeo Princesa Sofia (28. März bis 4. April) teil. Klassen-Weltmeisterschaften vor Geelong (AUS), 10. – 15. Februar 2020: 49er 1. Peter Burling / Blair Tuke (NZL) 38 (1/5/1/1/3/1/1/(15)/4/11/1/1/8) 4. Benjamin Bildstein / David Hussl 61 (2/1/2/3/2/2/2/1/(20)/12/20/2) 40. Keanu Prettner / Jakob Flachberger 119 ((18)/12/13/16/10/4/4/11/16/16/22) 49erFX 1. Támara Echegoyen / Paula Barcelo (ESP) 42 (5/1/4/2/1/3/2/1/10/3/(14)/10) 20. Tanja Frank / Lorena Abicht 119 (4/17/(UFD)/14/9/4/21/18/17/13/2) 37. Laura Schöfegger / Anna Boustani 129 (16/12/18/8/16/6/16/5/17/16/(19)) 39. Angelika Kohlendorfer / Lisa Farthofer 136 (17/19/(21)/10/19/19/7/14/14/6/12) Nacra 17 1. John Gimson / Anna Burnet (GBR) 67 (10/1/1/1/1/20/(27)/7/76/11/2) 12. Thomas Zajac / Barbara Matz 110 (11/(14)/14/9/8/11/10/6/15/(DNF)/12) 26. Laura Farese / Matthäus Zöchling 210 (16/28/(29)/27/23/27/8/1/28/28/25) >> Ergebnisse